Hilfsmittel

Rollstuhl mit Schiebehilfe

Ein Rollstuhl mit Insasse bringt viele Kilo auf die Waage. Deshalb stellt das Schieben bereits auf ebener Strecke eine Herausforderung dar, vor allem für ältere Menschen. Noch schwieriger wird es bei Steigungen. Eine elektrische Schiebehilfe kann Abhilfe schaffen. Sie entlastet Begleitpersonen und ermöglicht es, problemlos längere Strecken mit dem Rollstuhl zurückzulegen.

Lesezeit: 3 Minuten

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Rollstuhl mit Schiebehilfe

Ein Rollstuhl mit Insasse bringt viele Kilo auf die Waage. Deshalb stellt das Schieben bereits auf ebener Strecke eine Herausforderung dar, vor allem für ältere Menschen. Noch schwieriger wird es bei Steigungen. Eine elektrische Schiebehilfe kann Abhilfe schaffen. Sie entlastet Begleitpersonen und ermöglicht es, problemlos längere Strecken mit dem Rollstuhl zurückzulegen.

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In aller Kürze:

  • Elektrische Brems- und Schiebehilfen tun das, was ihr Name sagt: Sie unterstützen Begleitpersonen dabei, einen Rollstuhl zu schieben und zu bremsen. Zu diesem Zweck können sie flexibel am Rollstuhl angebracht und wieder abgenommen werden.
  • Schiebehilfen eignen sich zum Beispiel, wenn die Kraft von Rollstuhlinsasse und Begleitperson eingeschränkt ist, aber auch bei Steigungen.
  • Die Kosten erstatten die Krankenkassen. Dafür ist es aber erforderlich, die Notwendigkeit des Hilfsmittels nachzuweisen.

Was ist eine elektrische Schiebehilfe?

Eine elektrische Schiebehilfe wird an einem Rollstuhl angebracht und unterstützt Begleitpersonen beim Schieben sowie in vielen Fällen auch beim Bremsen. Meist lässt sie sich mit einfachen Handgriffen an- und wieder abbauen. Das heißt, der Rollstuhl mit Schiebehilfe lässt sich weiterhin auch manuell bedienen.

Wie funktioniert die Schiebehilfe?

Elektrische Schiebehilfen für Rollstühle gibt es in verschiedenen Ausführungen. In der Regel handelt es sich um einen Motor, der mit ein oder zwei Rädern verbunden ist. Manche Schiebehilfen besitzen Bedienelemente, die hinten an den Griffen des Rollstuhls angebracht werden.

Viele Modelle lassen sich zusammenfalten oder in Einzelteile zerlegen. Die Verbindung von Schiebehilfe und Rollstuhl funktioniert mit einer eigenen Halterung.

Dank der motorisierten Räder muss eine Begleitperson nur noch lenken und die Geschwindigkeit regeln. Lässt sie den Rollstuhl los, bremst dieser automatisch ab. Dies sorgt für mehr Sicherheit. Denn so kann es nicht mehr passieren, dass ein Rollstuhl auf abschüssigem Gelände außer Kontrolle gerät und einen Unfall verursacht.

Wenn Sie eine elektrische Schiebehilfe auswählen, achten Sie unbedingt darauf, dass Schiebehilfe und Rollstuhl zusammenpassen und dass Sie ausführlich beraten und eingewiesen werden.

Für wen ist eine elektrische Schiebehilfe geeignet?

Eine elektrische Schiebehilfe bietet sich vor allem an, wenn

  • die Person im Rollstuhl nicht mehr oder nur noch eingeschränkt in der Lage ist, ihren Rollstuhl allein zu bewegen.
  • die begleitende Person nicht genug Kraft besitzt, um den Rollstuhl zu bewegen und zu bremsen.
  • längere Strecken und/oder Steigungen zurückgelegt werden sollen.

Wie unterscheiden sich elektrische Schiebehilfe und Elektrorollstuhl?

Sowohl die Schiebehilfe als auch der Elektrorollstuhl funktionieren mithilfe eines elektrischen Antriebs. Allerdings gibt es zentrale Unterschiede zwischen beiden:

  • Eine Brems- und Schiebehilfe ist ein Zusatz für manuelle Rollstühle und wird von Begleitpersonen bedient. Sie lässt sich flexibel anbringen und abnehmen.
  • Einen Elektrorollstuhl steuert die Person im Rollstuhl. Antrieb und Steuerung sind fest in den Rollstuhl integriert.

Eine Sonderstellung haben elektrische Zusatzantriebe, mit denen sich ein manueller in einen elektrischen Rollstuhl verwandeln lässt. Sie lassen sich wie eine Schiebehilfe bei Bedarf anbringen. Wie bei einem Elektrorollstuhl steuert die Person im Rollstuhl.

Zahlt die Krankenkasse die elektrische Schiebehilfe?

Bei einer elektrischen Schiebehilfe für Rollstühle handelt es sich um ein Hilfsmittel, das die Krankenkasse bezahlt. Dafür müssen Sie aber die Notwendigkeit dieses Hilfsmittels nachweisen.

Am besten gehen Sie bei der Beantragung folgendermaßen vor:

  1. Lesen Sie in unserem Hilfsmittelwegweiser nach, welche Schiebehilfe für Sie infrage kommt.
  2. Anschließend lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine Verordnung für das Hilfsmittel ausstellen. Wichtig ist, dass diese ausführlich und schlüssig begründet, warum Sie die Schiebehilfe brauchen.
  3. Reichen Sie die Verordnung bei Ihrer Krankenkasse ein.

Nicht immer übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Hilfsmittel sofort. Falls Sie einen ablehnenden Bescheid erhalten, starten Sie einen zweiten Versuch.

Sie möchten sich professionell beraten lassen? Beantragen Sie jetzt über unser Kontaktformular Unterstützung bei der Beantragung Ihres Hilfsmittels. Wir rufen Sie umgehend zurück.

Tipps für die Auswahl – Unterschiede zwischen Schiebehilfen

Zentrale Fragen bei der Auswahl sind:

  • Eignet sich die Schiebehilfe für den vorhandenen Rollstuhl? Mittlerweile gibt es auch Allrounder. Das viamobil von Alber beispielsweise passt zu fast jedem Rollstuhltyp. Es ist nur notwendig, vorher eine Halterung am Rollstuhl zu befestigen.
  • Wie funktioniert die Bedienung und wie einfach ist die Steuerung?
  • Lässt sich die Schiebehilfe einfach und schnell befestigen sowie abnehmen?
  • Können Sie sie zusammenfalten oder schnell in Einzelteile zerlegen?

Am besten lassen Sie sich vor einem Kauf beraten. Dasselbe gilt natürlich auch für andere Hilfsmittel wie Treppensteiger.

Schiebehilfen machen Begleitpersonen das Leben leichter

Bevor das Schieben von Rollstühlen für Begleitpersonen zur Qual wird, lohnt sich der Griff zur elektrischen Schiebehilfe. Diese sorgt, das richtige Modell vorausgesetzt, auf einfache Art dafür, dass sich manuelle Rollstühle auf langen Strecken bequem bewegen lassen. Zusätzlich beugt sie Unfällen vor. Dadurch erhöht sie die Lebensqualität für alle Beteiligten und macht ausgedehnte Ausflüge wieder möglich.

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